Haiminger Alm, Feldringalm, Längentalalm
Die Haiminger Alm
Die Haiminger Alm wurde früher auch als „Simmering Alpe“ bezeichnet – nicht zu verwechseln mit der heutigen Simmering Alm in Obsteig. Sie dient im Sommer seit Jahrhunderten als Weide für das Vieh der Haiminger Bauern. Früher wurde nur Galtvieh aufgetrieben, heute auch Mutterkühe mit Kälbern und Ochsen, aber keine Stiere, Schafe oder Pferde. Weideberechtigt sind nur Mitglieder der Weideinteressentschaft Haiming, also Bauern aus Haiming, Magerbach, Schlierenzau und Riedern. Auf der Alm weiden im Schnitt rund 75 – 80 Stück Vieh. Nach dem 1. Weltkrieg hatten Eberhard Haslwanter, Heinrich Raffl, Max Raffl, Hermine Kathrein und Renate Raffl die „Hut“ am Simmering. Seit Sommer 2014 ist es Familie Barbara und Bernhard Haslwanter.
Traumhaft steht die Haiminger Alm auf der Ost-Schulter des Tschirgant - mit einzigartigem Blick ins Ötztal bis zum Timmelsjoch. Die Almhütte befindet sich auf 1.786 m Seehöhe. Die Weideflächen liegen zu einem Drittel auf dem Gemeindegebiet Haiming und zu zwei Drittel auf dem Gebiet der Gemeinde Tarrenz. Bereits 1544 wurden die Weiderechte auf Tarrenzer Gebiet von der Gemeinde Haiming gepachtet. Im Jahre 1811 wurde das Servitutsrecht der Weide auf diesen Flächen käuflich erworben.
Der Aufstieg zur Alm (Einstieg Magerbach) führt über die so genannte Galgen-Mure, vorbei an der Lintig-Hütte ber einige weitere Kehren bis zur Gugge und von dort n westlicher Richtung zur Almhütte. Obwohl dieser Aufstieg einer großen Herausforderung entspricht, (es sind ca. 1.100 Höhenmeter zu überwinden) wird er nach wie vor von den Bauern zum Viehauf- bzw. Viehabtrieb genutzt. Seit 1968 ist die Alm auch über eine 10 km lange Forststraße der Österreichischen Bundesforste ab dem Weiler Strad in Tarrenz erreichbar. Die Alm ist in den Sommermonaten von Ende Juni bis Anfang September mit ca. 80 Stück Rindern bestoßen.
Die Weidezeit der Rinder beginnt bereits Anfang Mai im Haiminger Forchet zwischen Ötztal-Bahnhof und Haiming und im Weidegebiet Schlierenzau am Fuß des Tschirgantmassives. Beide Weidegebiete zusammen bilden die sogenannte Heimweide. Der Almauftrieb erfolgt je nach Witterung Ende Juni und endet ca. Anfang September. Anschließend wird in der Heimweide bis ca. Mitte Oktober die Hut weiter ausgeführt. Auf den Heimweiden werden ca. 100 bis 110 Stück Rinder aufgetrieben. Die aufgetriebenen Rinder werden in dieser Zeit vom jeweils bestellten Hirtenpersonal betreut.
Die Haiminger Alm – hier eine Aufnahme aus dem Sommer 2013 - wird bereits seit Jahrhunderten von den Haiminger Bauern als Almweide genutzt.
Max Raffl, vulgo „Diktls Max“ auf der Haiminger Alm – um 1948
Weitere Bilder der Haiminger Alm:
Der kleine "See" bei der Haiminger Alm
Das Almgebäude um 1935
Die Haiminger Alm im Sommer 2021. Um den strengen Hygiene-Vorgaben auch in Zukunft zu entsprechen, plant die Gemeinde im Jahr 2021 rund 300.000 Euro in das Almgebäude zu investieren.
Die Feldringalm
Die Feldringalm liegt auf 1.888 m Seehöhe, nur rund 200 Höhenmeter oberhalb des Parkplatzes am Sattele. Die Alm ist ein beliebtes Ausflugsziel – Sommer wie Winter. Wenige Meter oberhalb der Alm gelangt man auf die Feldringer Böden und das Faltegartenkögele. Aufgefahren werden Anfang Juni 120 Stück Galtvieh und 25 Haflinger. Mit dem Galtvieh wird im September abgefahren, die Haflinger bleiben je nach Witterung länger. Die Feldringalm liegt zwar auf Silzer Gemeindgebiet, das Grundeigentum liegt jedoch bei der Agrargemeinschaft Feldring-Faltegarten, deren Mitglieder aus Höpperg und Enterberg kommen. Die Agrargemeinschaft umfasst im Wesentlichen die Feldringer Böden mit dem Faltengartenkögele. Bewirtschaftet wird die Alm seit vielen Jahren von Familie Neurauter aus Marlstein.
Die Feldring-Alpe wurde 1983 wieder instandgesetzt, Haus und Stallung neu errichtet, Brunnen und Almkreuz erneuert. Die Aufnahme stammt aus dem Jahr 1987.
Blick auf die Feldringalm. Sie liegt zwar auf Silzer Gemeindegebiet, gehört aber der Agrargemeinschaft Feldring-Faltegarten. Deren Mitglieder sind Bauern aus Höpperg und Enterberg, sie nutzen die Alm ab Anfang Juni als Weide für Galtvieh und Haflinger. Bildnachweis: Ötztal Tourismus, Elias Holzknecht
Die Agrargemeinschaft Feldring-Faltegarten umfasst im Wesentlichen die Feldringer Böden mit dem Faltegartenkögele. Mit einer bejagbaren Fläche von 362 Hektar bildet die Alm eine Eigenjagd.
Weitere Bilder der Feldringalm:
Die Feldringalm im Sommer 2020
Blick von den Feldringer Böden Richtung Nordwesten - der Großteil der Böden befindet sich auf Silzer Gemeindegebiet.
Im Winter wird die Feldringalm auch gerne von Rodlern, Winterwanderern und Skitourengehern besucht. Ein Teil des Weges auf die Alm liegt auf Haiminger Gemeindegebiet.
Der Winterweg zweigt kurz nach dem Sattele Richtung Marlstein ab und befindet sich auf Haiminger Gemeindegebiet.
Die Längentalalm
Die Längentalalm liegt in der Nähe von Kühtai auf Silzer Gemeindegebiet. Das Grundeigentum gehört aber der Agrargemeinschaft Längentalalpe. Deren Mitglieder stammen aus Mittelberg, Larchet und Grün. Seit jeher haben die Haimingerberger Bauern Weiderechte im Längental. 1977 baute die TIWAG das Pumpspeicherwerk und den Speichersee Längental – dabei ging ein Teil des Weidegrundes verloren. Seither wird das Vieh gemeinsam mit Silz im gesamten Kühtaier Almgebiet geweidet. Mit tatkräftiger Unterstützung durch den Rechtsanwalt Dr. Karl Kuprian, gebürtig am Haimingerberg, gelang es, für die betroffenen Bauern eine jährliche Entschädigungszahlung durchzusetzen. 2019 startete die TIWAG Vorarbeiten für die Kraftwerkserweitrung mit einem neuen Speichersee im Längental. Mit der geplanten Fertigstellung im Jahr 2026 werden sich das Längental und die Alm nachhaltig verändern.
Mit einer bejagbaren Fläche von 1.188 Hektar bildet die Alm zudem eine Eigenjagd. Aufgrund der Höhenlage kann hier auch Steinwild (Steinböcke) vorkommen.
Die Längentalalm um 1923; Roman Prantl, Jochls, Rosa Klotz
